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Epilepsie nach Schlaganfall – wodurch wird das Risiko beeinflusst?

Post-stroke epilepsy – what influences the risk?

Unser Wissen über Risikofaktoren für die Entwicklung einer Epilepsie nach einem Schlaganfall wurde durch neue Studienergebnisse erweitert, berichteten Forscher auf der AES 2018. Es ist jedoch noch weitere Arbeit nötig, um ein effektives Modell zur Vorhersage des Risikos individueller Patienten zu entwickeln, fügten sie hinzu.

Spezialisten vom Rush University Medical Center in Chicago, Illinois, USA, nahmen eine retrospektive Überprüfung der Krankenakten aller Patienten über 60 Jahren vor, die im Zeitraum von 2011 bis 2016 an diesem Zentrum behandelt worden waren. Infrage kommende Patienten waren definiert als Patienten mit einem Schlaganfall und einem oder mehreren Anfällen in der Vergangenheit; Patienten mit einer Epilepsie vor dem Schlaganfall wurden ausgeschlossen.


Für die Zwecke der Studie – zur Untersuchung der Entwicklung einer Epilepsie nach einem ursächlichen Schlaganfall – wurde Epilepsie definiert als wiederkehrende Anfälle im Abstand von mindestens 2 Wochen, und ursächlicher Schlaganfall wurde definiert als das Ereignis, das dem anfänglichen Anfall voranging (und aus klinischer Sicht dafür verantwortlich war).

Insgesamt 69 Patienten wurden in die Überprüfung aufgenommen. Die wichtigsten Ergebnisse waren:

  • Mittleres Alter zur Zeit des ursächlichen Schlaganfalls: 67 Jahre
  • Mittleres Alter zur Zeit des ersten Anfalls: 69 Jahre
  • Typ des ursächlichen Schlaganfalls: ischämischer Schlaganfall (58 %), intrazerebrale Blutung (35 %), ischämischer Schlaganfall mit hämorrhagischer Transformation (6 %) und venöser Infarkt (1 %).

Fast die Hälfte der Patienten (48 %) entwickelte eine Epilepsie. 88 % dieser Patienten hatten einen ursächlichen ischämischen Schlaganfall und bei 62 % war das ursächliche Ereignis ihr erster Schlaganfall.

Die Forscher stellten fest, dass hinsichtlich der Zahl der eingenommenen antiepileptischen Medikamente zwischen den Patienten, die eine Epilepsie nach einem Schlaganfall entwickelten und denen, die keine Epilepsie entwickelten, kein Unterschied bestand.” Signifikante Prädiktoren für die Entwicklung einer Epilepsie waren jedoch:

  • Sekundär generalisierte Anfälle (P = 0,029)
  • Anfänglicher Anfall mehr als 2 Wochen nach dem ursächlichen Schlaganfall (P = 0,0002)
  • Jüngeres Alter zur Zeit des ursächlichen Schlaganfalls (P = 0,006).

Im Gegensatz dazu bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Insulin und keinem Anfallsrezidiv (P = 0,009). Ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, große Gefäßokklusion, intrazerebraler Blutungsscore und Charlson-Komorbiditätsindex-Score waren keine statistisch signifikanten Faktoren für die Vorhersage einer Epilepsie.

Zusammenfassend stellten die Forscher fest, dass die Entwicklung einer Epilepsie bei Patienten mit Anfällen nach einem Schlaganfall „vielfältige Ursachen hat und bei jüngeren Patienten, Patienten mit sekundär generalisierten Anfällen und bei spätem Eintreten des anfänglichen Anfalls mit größerer Wahrscheinlichkeit eintritt.“

Sie fügten hinzu, dass „ein wiederkehrender Schlaganfall möglicherweise kein Prädiktor für eine Epilepsie ist“, da die meisten Epilepsie-Patienten nach ihrem ersten Schlaganfall eine Epilepsie entwickelten. Weitere Forschung ist erforderlich, um ein prädiktives Modell zur Stratifizierung des Risikos einer Epilepsie bei älteren Patienten nach einem Schlaganfall zu entwickeln.

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